Nachrichten aus Hassfurt. Aktuelle Informationen der alternativen Bewegung in Schweinfurt, Hassfurt und Bamberg. 

 

Die Fratze des Krieges.
 Folter - Bilder des Grauens.

 

NetzreporterInnen gesucht !!

 

Uns geht hier zu viel durch die Lappen..... Wir suchen dringend NetzreporterInnen, die uns bei unserer Arbeit unterstützen. Ausserdem gerät unser Projekt an die finanzielle Grenze. Wer uns gut findet, soll uns unterstützen. Mehr dazu findet Ihr hier.

 

 

Meldungen

01.09.2003

Interview mit Klaus Ernst

15.09.2003

Trinkwasserinitiative vor Gericht erfolgreich

17.10.2003

Statt Sozialabbau Steuerflucht verhindern

03.11.2003

Offener Brief der Betriebsratsvorsitzenden

03.11.2003

Ernst: „Da paart sich Dummheit mit Frechheit“

02.01.2004

Beratung für Kriegsdienstverweigerer

18.01.2004

Theoretiker reden Blödsinn

30.01.2003

Gegen Schulzeitverkürzung am Gymnasium

30.01.2004

DGB richtet Sprechstunde ein

06.02.2004

CSU Mittelstandsverein verfassungsfeindlich

15.02.2004

Attac Seminar in Coburg

27.02.2004

Alternative Stadtrundfahrt in Schweinfurt

03.03.2004

Nazis in Miltenberg/Aschaffenburg

04.03.2004

Ausstellung: Wege in die Vernichtung

05.03.2004

GEW: Beamtensteik in der Region

11.03.2004

NPD-Kundgebung in Würzburg verhindern

18.03.2004

Firsching: Initiativen für Arbeit und soziale Gerechtigkeit willkommen

23.03.2004

Videoüberwachung am Rossmarkt

28.03.2004

Mehr heiße Luft als wirkliche Chance

30.03.2004

Globalisierungsseminar beim Bezirksjugendring

31.03.2004

2000 Menschen aus der Region demonstrieren in Stuttgart

01.04.2004

Firsching: Stoiber redet Unsinn

06.04.2004

Berufsverbotsverfahren

11.04.2004

Starke Gruppe aus Bamberg

15.04.2004

DGB vergibt Auszeichnung

15.04.2004

Fahrt zur Gedenkstätte Neckarelz

20.04.2004

Tschernobyl Jahrestag - Aktionen in Schweinfurt

20.04.2004

Wieder weniger Ausbildungsstellen in der Region

27.04.2004

1. Mai in Ebern

02.05.2004

ASG Gründungstreffen in der Region Main/Rhön

02.05.2004

Lothar Bisky spricht in Bayreuth

02.05.2004

Agentur für Arbeit: Ausschuss wehrt sich

07.05.2004

Mit Märchen aufgeräumt !

 

 

 

AntiVir ist ein kostenloses Tool gegen Viren auf Deinem PC.
 

 

 

Abrüstung in Europa – statt Sozialabbau!
Ostermarsch 2004 in Würzburg


Etwa 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligten sich am diesjährigen Ostermarsch in Würzburg. Der Ostermarsch fand dort heuer zum zwanzigsten Mal statt und stand unter dem Motto „Abrüstung in Europa – statt Sozialabbau !“. Nach einem Demonstrationszug durch die Innenstadt sprachen Dr. Armin Meisterernst von Ökopax e.V und Holger Grünwedel von der Gewerkschaft Ver.di als Hauptredner bei der Schlusskundgebung der Demo. Beide Referenten gingen in ihren Redebeiträgen auf die aktuelle Situation im Irak, sowie den EU-Verfassungsentwurf ein und erläuterten den Zusammenhang zwischen Sozialabbau und Militarismus. Im Folgenden dokumentieren wir die Redebeiträge.

 

Vortrag von Dr. Armin Meisterernst von Ökopax e.V.:

 

Abrüstung in Europa – statt Sozialabbau!

Seit 20 Jahren ist die Friedens- und Umweltgruppe Ökopax e.V. Veranstalter des jährlichen Ostermarsches, d.h. Engagement gegen Militarisierung, Aufrüstung und Umweltzerstörung, für zivile Konfliktlösung, umfassende Abrüstung und Völkerverständigung.

Heute vor 10 Jahren sagte ich auf dem Ostermarsch „Für eine BRD ohne Armee“:
Vor 30 Jahren im Jahre 1960 fand der erste Ostermarsch in der BRD statt. Knapp 1000 Frauen und Männer zogen damals zum Raketenübungsgelände der Bundeswehr in Bergen-Hohne bei Hamburg. Kriegsdienstverweigerer und Pazifisten aus der Aktion „Kampf dem Atomtod“ organisierten maßgeblich diesen ersten Ostermarsch, der sich gegen die Atombewaffnung der Bundeswehr richtete.Stefan Andres sagte auf dem Ostermarsch 1960: “Der Gegner heißt ...- ewige Aufrüstung, immer schlimmere Abschreckung, Verarmung der Völker. Und über allem das Gespenst eines Weltunterganges innerhalb weniger Stunden! Warum sollte der Westen und Osten heute, da die Partnerschaft viel natürlicher ist, sich nicht zur großen Abrüstung zusammenfinden? Die Abrüstung aber muss in Deutschland beginnen.“ (Zitat Ende)

Nicht nur seit dem 11. September 2001 wissen wir, dass hochindustrialisierte Staaten weder konventionell noch atomar verteidigbar sind. Und auch der völkerrechtswidrige Präventionskrieg gegen die „Achse des Bösen“ bringt keine Sicherheit für alle Völker und Staaten in der Welt. Im Gegenteil: Der Krieg gegen den Terror ist Krieg und kehrt als brutaler menschenverachtender Terror in europäische Hauptstädte (wie in Madrid am 11. März 2004) zurück. TAZ vom Donnerstag, 8. April 2004: Krieg kehrt in den Irak zurück.
Obwohl Millionen von Menschen weltweit den Krieg gegen den Terror im März 2003 als falschen Weg ablehnten, begannen die PolitikerInnen in Amerika und der EU keine Debatte über eine andere Sicherheitspolitik, die heißt: Abrüstung und Entmilitarisierung! Denn Entmilitarisierung beschränkt sich nicht auf die Abrüstung einer oder mehrerer Waffenkategorien, sondern strebt die Überwindung des Militarismus in allen Ausprägungen einer Gesellschaft an. Und Europa: Wird es sich der Kampagne von Ökopax „Mehr Frieden wagen“ anschließen, oder der Politik und Kriegslogik a la USA? Nein, die EU-Politik kommt nicht in Zivil, sondern wird extrem militarisiert und fast sieht es wie ein Wettlauf mit den USA aus. Auch wenn, die im Dezember 2003 vorgelegte EU-Verfassung wegen der Mehrheitsverhältnisse im Rat scheiterte, wurde aber ihre verbindliche Militärstrategie verabschiedet. Diese bisher erste EU-Militärstrategie hat es in sich. Drei strategische Ziele werden benannt:

 

1. Kampf gegen den Terrorismus

2. Kampf gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen

3. „Hilfe“ für „zusammengebrochene Staaten“, als Mittel gegen organisierte Kriminalität

 

Wie die EU militärisch agieren will, zeigt das Strategiepapier deutlich: „Als eine Union mit 25 Mitgliedstaaten, die mehr als 160 Mrd. Euro für Verteidigung aufwenden, sollten wir mehrere Operationen gleichzeitig durchführen können.“ Dann kommt ein zentraler Satz: „Unser herkömmliches Konzept der Selbstverteidigung, das bis zum Ende des kalten Krieges galt, ging von der Gefahr einer Invasion aus. Bei den neuen Bedrohungen wird die erste Verteidigungslinie oftmals im Ausland liegen“, das ist nichts anderes als das aus der National Security Strategy der USA benannte „ Präventivkriegskonzept“ (2002), nur diesmal für die EU. Einzigartig in der Verfassungsgeschichte dürfte der Zwang zur permanenten Aufrüstung sein. In Artikel 1 – 40 verpflichten sich die EU-Mitgliedstaaten, „ihre militärischen Fähigkeiten schrittweise zu verbessern“. Laut Verfassungsentwurf wird ein „Europäisches Amt für Rüstung, Forschung und militärische Fähigkeiten eingerichtet, dessen Aufgabe es ist, den operativen Bedarf zu ermitteln und Maßnahmen zur Bedarfsdeckung zu fördern, zur Ermittlung von Maßnahmen zur Stärkung der industriellen und technologischen Grundlage des Verteidigungssektors beizutragen und diese Maßnahmen gegebenenfalls durchzuführen“ (Art. 1 – 40). Ein spezielles europäisches Amt zur Förderung von Rüstungsaufgaben und Kriegswaffenindustrie. Wenn Verfassungsfragen Machtfragen sind, dann ist EUropa tatsächlich in schlechter Verfassung. Der militärisch-industrielle Komplex übt offenbar großen Einfluss aus. Dass Militarismus und Demokratie Gegensatzpaare sind, beweisen die beschämend geringen Möglichkeiten des Europäischen Parlamentes in Bezug auf die Militärpolitik der Union. „Über militärische Einsätze der EU entscheidet der Ministerrat“ (Art. 1 – 40; III 205). Das Eu-Parlament ist von jeder Mitsprache und Mitentscheidung ausgeschlossen.

Es ist lediglich regelmäßig auf dem Laufenden zu halten und anzuhören. Eine gerichtliche Kontrolle von Beschlüssen im Bereich der Sicherheits- und Außenpolitik durch den Europäischen Gerichtshof ist qua Verfassung ausgeschlossen (Art. III 282). Wenn es nach dem Willen von Berlin und Paris geht, soll dieser EU-Verfassungsentwurf noch vor den Europawahlen 2004 verabschiedet werden. Diese EU-Verfassung wird zwar erst 2009 endgültig in Kraft treten, aber für den „militärischen Kern der EU“ (Tobias Pflüger, imi Tübingen) würden sofort nach der Verabschiedung die neuen Rahmenbedingungen geschaffen. Dabei wird EU-Recht den Vorrang vor nationalem Recht haben, d.h. die EU-Verfassung wird über das deutsche Grundgesetz gestülpt, das z.B. jeden Angriffskrieg verbietet. Damit ist klar: Präventivkriege werden jetzt auch deutsche Politik!

Wie sagte Verteidigungsminister Peter Struck im März 2003 bei der Verkündigung der neuen „Verteidigungspolitischen Richtlinien“ (VPR): Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt“. Damit wird offiziell Abschied genommen vom Grundgesetz, in dem es in Artikel 87 a Absatz 1 heißt: „Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf“ und in Absatz 2: „Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrücklich zulässt.“ Dem stehen die neuen VPR entgegen: „Verteidigung heute umfasst allerdings mehr als die herkömmliche Verteidigung an den Landesgrenzen gegen einen konventionellen Angriff.“ Der Berliner Jura-Professor Christian Pestalozza sagt dazu: „Wer die Einsätze über das bisherige Maß ausdehnen will, muss das Grundgesetz ändern.“

Diese neue aggressive deutsche Militärpolitik und die beabsichtigte Militarisierung der EU müssen wir einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen. Ein Jahr nach dem Irakkrieg ist die Welt nicht sicherer geworden, sind Grund- und Menschenrechte gefährdeter denn je, hat der „Krieg gegen den Terror“ ein Pulverfass zur Explosion gebracht, was zum Tödlichen Risiko für die kriegsführenden Staaten geworden ist. Wir brauchen Frieden schaffende Alternativen!

 

Was der Friede braucht:


1. eine starke demokratische UNO, die alle Staaten respektiert

2. eine zivile Verfassung in Europa und kein Rüstungswettlauf mit den USA
3. Abrüstung und Entmilitarisierung aller Staaten

4. zivile Prävention, Deeskalation von Konflikten, stärkere Förderung ziviler Friedensdienste
5. eine EU-Verfassung, mit sozialen Rechten statt Neoliberalismus

 

 

Referat von Holger Grünwedel von der Gewerkschaft Ver.di:

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

da waren vor genau einer Woche 500.000 Menschen auf der Straße um ihren Protest gegen diesen irrsinnigen Sozialkahlschlag zu demonstrieren. Schon waren die Medien voll von  Erklärungen, die an Demagogie nicht zu übertreffen sind. Nach dem Motto „die einen Demonstrieren und wir regieren“, so Bütikhofer von den Grünen: „Wir wollen das Rad nicht zurückdrehen, denn wir wollen uns an die Zukunft nicht versündigen“  oder Müntefering von der SPD: die Gewerkschaften seien ja nur Besitzstandwahrer und hätten keine Konzepte. 

Kolleginnen und Kollegen, was sind das für Konzepte, was für eine Zukunft, die uns die Einheitsfront aus Union, FDP, SPD, Grüne und Arbeitgeberverbände da anbieten?  Mit Hartz IV, das nächstes Jahr in Kraft treten soll, sollen Löhne von bis zu einem drittel unter dem tariflichen bzw. ortsüblichen Lohn zumutbar sein,  für die Bezieher des sogen. Arbeitslosengeldes II, d.h. Löhne von um die 5 Euro sind zumutbar und rechtmäßig. Die bisherigen Bezieher von Arbeitslosenhilfe sollen eine sogenannte Regelleistung bekommen in Höhe von 345 Euro. Davon muss  dann nach der Gesundheitsreform bis zu 2% als Zuzahlungen bezahlt werden. Die Regelsätze der Kinder für Arbeitlosengeld II Bezieher wird um 10% abgesenkt, sind jetzt die Kinder schuld an der Arbeitslosigkeit ihrer Eltern. Das ist die moderne Form der Sippenhaft.   Wer kann denn davon leben. Wer von Arbeitslosigkeit bedroht ist, der weis, dass er einen sozialen Absturz vor sich hat und das soll den Druck auf die noch Beschäftigten erhöhen, damit wir zu allen noch so schlechten Konditionen arbeiten. Hinzu kommt, dass dann auf die Kommunen eine bedeutende Mehrbelastung für Wohnunterbringung hinzu kommt, wie sollen Kommunen eine noch größere Mehrbelastung verkraften. Die Union möchte sogar die Arbeitsvermittlung auf die Kommunen übertragen, als ob die Kommunen mehr offene Stellen haben als die Bundesagentur.

Um mit den Worten der noch Gesundheitsministerin Ulla Schmidt zu sprechen: „ Lassen Sie uns wieder alles vom Kopf auf die Füße stellen“ dabei muss aber auch der Kopf Kopf und die Füße Füße bleiben. Wie wichtig das ist, zeigt ein Blick nach Großbritannien wo der Schröder Freund  Blair regiert. Dort wurde das Sozialsystem auf ein Minimum reduziert. Dort leiden die Menschen unter Mangelernährung und können ihre Strom- und Gasrechnung nicht bezahlen. Deshalb müssen viele Haushalte jetzt ihren Strom und Gas über Münzautomaten beziehen.

Arbeitslosigkeit ist keine Naturkatastrophe,  wie es Merz, Westerwelles, Fischers, Schröders, Rogowskis, Hundts und wie sie alle heißen die uns das jeden Sonntagabend bei Christiansen weis machen wollen, nein die Erde ist keine Scheibe.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

bei solchen Zukunftsaussichten, kann man gar nicht oft genug und laut Nein sagen. Da wird uns immer wieder erklärt, das sei ohne Alternative und die Gewerkschaften und Kritiker dieser neoliberalen Ideologie haben keine Antworten. Dann wird immer argumentiert es sei kein Geld da, ob bei den öffentlichen Haushalten oder Sozialversicherungen. Dann gehen wir doch mal der Frage nach wo das Geld hin ist, denn weniger ist es nicht geworden. Wenn wir die Einkommensentwicklung und das Wachstum anschauen sehen wir erstens ein erheblich gestörtes Gleichgewicht zwischen dem explodierenden privaten Reichtum weni­ger und der zunehmenden Arbeitslosigkeit vieler, was nicht nur die soziale Spaltung vo­rantreibt, sondern auch einen Vermögens­sektor entwickelt, der sich zunehmend von der Realwirtschaft abkoppelt.  Die zweite Tatsache betrifft die Spaltung zwi­schen verschiedenen wirtschaftlichen Ent­wicklungen.  Da sinkt auf der ei­nen Seite die Zahl der für die Erwirtschaftung des Brutto-Inland-Produkts notwendigen Ar­beitsstunden das an den steigenden Arbeitslosen sichtbar wird und was natürlich die Wertschöp­fung der Wirtschaft steigert, aber gleichzeitig sinken auf der anderen Seite die Investitio­nen, weil sich der Zugewinn nicht in kauffä­hige Nachfrage verwandelt. Schlichter ausge­drückt: Wegen stagnierender Löhne und sin­kender Steuern fehlen sowohl der Masse der Bevölkerung, als auch der öffentlichen Hand die nötigen Mittel, um Geld auf den Markt zu bringen. So sind die Arbeitslosen um 6,4 % gestiegen und Millionäre haben um 3,4% zugenommen und das BiP ist um 1,4% gestiegen.

Wer  nur den haarsträubenden Widerspruch erkennt, dass bei steigender Ar­beitslosigkeit gleichzeitig  die Zahl der Millionäre steigt, übersieht das eigentliche Problem. Wichtiger ist nämlich, dass die Zahl der Millionäre doppelt so schnell steigt wie die gesamte Wirtschaftstätigkeit (BIP) Sie hat sich 2002 trotz Krise auf 755.000 erhöht. Das heißt, dass das magere Wirt­schaftswachstum nicht in den privaten und öffentlichen Konsum geflossen und damit neue Nachfrage und Arbeitsplätze geschaffen hat, sondern auf die Konten derje­nigen geflossen ist, die dieses Geld nicht ausgeben, sondern in neue Finanztitel anlegen. Allerdings ist die Zahl der wirklichen Millionäre noch wesentlich größer. Bei den 755.000 handelt es sich um Menschen mit einem Geldvermögen von mehr als einer Million. Rechnet man den Be­sitz an Immobilien und Sachanlagen hinzu, kommt man bereits auf 1,5 Millionen Euro-Millionäre. Wenn die Millionäre im bisherigen Tempo zunehmen, werden sie bald die Zahl der offiziell registrierten Arbeitslosen einholen.

Dann gibt es das Argument des Globalisierenden Wettbewerb, und da müssten wir konkurrenzfähig werden. Das soll der Kündigungsschutz fallen, die Sozialausgaben gekürzt werden, länger gearbeitet werden, Bäder geschlossen werden und das alles um den Preis der Wettbewerbfähigkeit. Da wird Produktion nach Rumänien verlagert, weil der Monatslohn dort 150€ beträgt, doch das reicht noch nicht jetzt geht man nach Moldawien da beträgt der Monatslohn 40€. Wer soll denn bitte die Produkte kaufen, wenn er nur noch 40 € verdient. Das kann nicht sein, dass immer weiter nach unten konkurriert wird. Das ist doch jedem klar dass das nicht funktioniert, dazu brauchen wir auch keine sogenannten hoch bezahlten Wissenschaftler die uns dann in den verschiedensten Talkshows erklären das sei notwenig, damit ein Wirtschaftsaufschwung kommt. Die Bundesrepublik ist Exportweltmeister und es ist die Binnennachfrage die fehlt. Denn 3/5 der Gesamtwirtschaft hängt von der Binnennachfrage ab, und die stagniert oder ist rückläufig und das hat etwas mit der fehlenden Nachfrage zu tun. Doch wenn man den Beschäftigten, Arbeitslosen, Rentnern und Kranken das Geld aus der Tasche nimmt durch Niedriglöhne, Kürzung von Renten und Arbeitslosengeld dann noch Praxisgebühr und Zuzahlungen verlangt, dann kann es mit einem Aufschwung auch nichts werden. Denn die Millionäre werden ihr mehr an Vermögen nicht in den Konsum geben sondern in Anlagen mit möglichst hoher Rendite und dies erhöht den Druck noch weiter auf die Löhne und Sozialleistungen.

Dann die Behauptung wir haben ein Demographisches Problem. Die Rentenversicherung hatte schon andere Zeiten und schlechtere Verhältnisse von Erwerbstätigen zu Rentnern, denken wir nur an die vielen Witwen nach dem zweiten Weltkrieg. Doch wenn wir heute wenige Kinder haben und dafür mehr Rentner dann ist es zumindest von der Wirtschaftsleistung her egal ob die Erwerbstätigen für die Kinder aufkommen müssen oder für die Rentner. Doch die Rot-Grün und Schwarz-Gelb schaffen es, bei den Kindern zu sparen und bei den Rentnern und das mit dem Argument damit die Zukunft zu sichern. Ja was ist das für eine Zukunft.

 

Liebe Kolleginnen und  Kollegen,

 

natürlich haben wir Gegenvorschläge, man müsste sie nur lesen. Die gleichen Politiker die sich jetzt über einen Käuferstreik beklagen, haben den Einkommensmillionären mit der Steuerreform 30000 Euro Steuern geschenkt und den Einkommen mit 30000 Euro 400 Euro Steuern. Die Löhne müssen wieder so steigen wir die Inflation und die Produktivität, schauen wir nach Dänemark, Schweden, Finnland oder Norwegen alles Länder mit höheren Löhnen aber die niedrigsten Arbeitslosen in Europa. Doch in Deutschland wollen die Unternehmer die Löhne um 20% Senken und die Schwarz-Gelben wollen die Tarifverträge schleifen und die Rot-Grüne Regierung hat den Gewerkschaften gedroht. Wenn diese Einheitsfront der Neoliberalen ihre Vorstellungen durchsetzt dann bekommen wir eine Deflation. Dann haben wir japanische Verhältnisse. Nicht die Arbeitszeit muss verlängert werden sondern verkürzt oder glaubt hier wirklich jemand dass damit die Arbeitslosigkeit bekämpft wird, das Gegenteil ist der Fall. Man denkt manchmal die halten uns für so dumm, dass wir nicht rechnen können. Die 42-Stundenwoche Herr Stoiber schafft Arbeitslose. Geld ist genug da, denn es hat ja nicht abgenommen, man muss es nur dort abholen wo es ist. Spitzensteuersatz wieder auf 47 %. Wiedererhebung der Vermögenssteuer bei einem Freibetrag von 500000 Euro. Reform der Unternehmensbesteuerung die nicht wie bisher Unternehmen die Möglichkeit gibt  sich auf null Steuern zu rechnen. 70 Milliarden könnten mehr in der Kasse sein wenn die Unternehmen und Vermögenden Steuern wie vor 25 Jahren zahlen.

Wir brauchen keine EU-Verfassung die den Ländern Aufrüstung vorschreibt und eine neoliberale Wirtschaftsordnung diktiert. Alternativen gibt es genug man muss sie nur wollen, Geld ist genug da. „Zorn und Unzufriedenheit genügen nicht, so etwas muss praktische Folgen haben“ meinte einst Bertold Brecht Es darf kein zurück mehr zu den Kaminrunden geben auch wenn der neue Sozialminister Hubertus Schmold heißt. Deshalb alle gemeinsam, Friedenbewegte, Globalisierungsgegner, Gewerkschafter oder der Wirt, denn wer kann noch sein Bier sich sonst leisten. Gegen die Enteignung der breiten Masse - Eine bessere Welt ist möglich.

 

 

Quelle: Nachrichten aus Hassfurt

 

Zurück

 

 

 

 

nachrichten & standpunkte

Archiveinträge

(Download im pdf. Format)

09.01.2003

05.02.2003

06.03.2003

Sonderausgabe Irakkrieg

03.04.2003

Sonderausgabe 1.Mai

15.05.2003

26.06.2003

22.07.2003

21.08.2003

02.10.2003

16.10.2003

13.11.2003

12.12.2003

22.01.2004 

20.02.2004

18.03.2004

15.04.2004

 

nachrichten & standpunkte

Ein Teil der Berichterstattung auf dieser Website wird als Printbeitrag in nachrichten&standpunkte, arbeiterzeitung für die region schweinfurt, veröffentlicht. Die Zeitung ist im Abo erhältlich, erscheint zwölf mal und kostet 18 Euro im Jahr. Bezugsquelle: nachrichten&standpunkte, Gabelsbergerstr. 1, 97421 Schweinfurt. E-mail:
[email protected]

-

 

Nachrichten aus Hassfurt

Das Forum für linke Politik.
Onlinediskussion.

-

--

Linkes Bündnis

Wer von rotgrün genug hat und sich politisch engagieren will, der kann das auch in Hassfurt tun.
Meldet Euch hier.

guender uuns

tab-zone

fuckin´chords

True color´s

BA-BI e.V.

Zwangsarbeit in SW

akw-würzburg

zündfunk

RAZORS

radio z

Bamberger Linke

attac Schweinfurt

Rote Hilfe SW

Friedensbündnis Wü

Ökopax Wü e.V.
adip
PDS Coburg
attac Würzburg

 

 

 

Indymedia

Linke Seite

Neues Deutschland

IGM Schweinfurt

PDS Bundespartei

Initiative ASG

 

-

 

 

Buch

 

Film

 

Musik

 

 

 

Impressum  |  Kontakt  |